2. Teil: Wie mein Albtraum zur Realität wird

Die Geschichte von Dani schlug hohe Wellen. Er erhielt viel Feedback und motivierende Worte per E-Mail, Telefon und Facebook. Das Interesse ist riesig und wir hoffen, dass das Thema "Arbeitssicherheit" bei jedem Leser nun präsent ist.
Pascal Suter – Geschäftsleiter, Marc von Arx - Technischer Leiter

Der erste Teil der Geschichte findet ihr hier.

Es wird nicht besser

Als ich im Aufwachraum wieder zu mir gefunden hatte, besuchte mich der Professor. Er teilte mir mit, dass die Operation ein Erfolg gewesen sei und er nicht versteifen musste. Ich jubilierte innerlich und war unglaublich froh und dachte: “Jetzt kann langsam mein altes Leben zurückkommen“. Zu früh gefreut. Das Leben, so wie ich es kannte, wird es nicht mehr geben. Meine Lendenwirbel seien für mein restliches Leben geschwächt und wenn ich nicht im Rollstuhl enden wolle, dann müsse ich mein Leben radikal umstellen, so der Tenor der Ärzte. Langsamer Aufbau der Tiefenmuskulatur im Rücken. Ein Gewichtslimit von 10 Kilogramm ist strickte einzuhalten, keine Drehbewegungen im Rumpf mit Gewicht auf den Armen. Das schlimmste am ganzen war: Kein Autofahren für die nächsten drei Monate. Eine lange Rekonvaleszenz stand mir nun bevor. Ein Jahr war seit der Spritze im Herbst 2013 nun schon ins Land gezogen und die Therapie fing erst noch an. Wöchentlich hatte ich drei Sitzungen mit einem Physiotherapeuten und jeden Monat für Kontrollbesuche in der Klinik Balgrist. Die Therapie zeigte Wirkung und mein Zustand verbesserte sich von Tag zu Tag.

IV-Chaos

Von Beginn an steckte ich in den Abklärungen mit der Invalidenversicherung (IV) über die Gestaltung meiner Zukunft. Die Zeit verstrich und eine Entscheidung der IV stand zu diesem Zeitpunkt noch immer aus. Ich wollte endlich eine Entscheidung. Nach mehrmaligen Sitzungen mit meiner IV Beraterin kristallisierte sich heraus, dass eine Umschulung, für die IV nicht in Frage kommt. Ich hinterfragte diesen Entscheid und fechtete diesen an. Dann die Mitteilung der IV, ein Wechsel in der Betreuung der IV bescherte mir eine neue Beraterin. Erneute Anfrage meinerseits brachte die Entscheidung, dass eine Umschulung eventuell in Frage komme, falls bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Ich dachte nur „Hmmmm … welch schwammige Erklärung“. Doch kurze Zeit später erneut ein Schreiben der IV. Meine Beraterin habe wieder gewechselt und ich solle doch bitte mit der neuen Betreuungsperson Kontakt aufnehmen. Dies erledigte ich umgehend. Die neuste Information lautet jetzt, eine Umschulung könnte in Betracht kommen wenn ich eine Stelle im Büro finden würde und die Umschulung berufsbegleitend stattfände. Ich suchte bereits seit Monaten eine Stelle in der Administration, jedoch ohne Erfolg. Meine Qualifikationen seien nicht genügend und ohne Erfahrung bestünde keine Chance auf einen Wechsel in die Administration. Dies hatte ich bereits befürchtet. Keine drei Monate später war wieder ein Schreiben der IV mit dem Hinweis, dass meine Beraterin wieder gewechselt habe. Das gleiche Spiel erlebte ich zum dritten Mal. Doch diesmal erhielt ich die Information, dass nicht alle Unterlagen der Beraterin zur Verfügung stünden. Knapp zwei Jahre war ich jetzt mit der IV im Gespräch und jetzt das... Für mich war dies unfassbar. Ich stellte für die Beraterin das ganze Dossier zusammen, schickte es ihr und drei Tage später führten wir ein Telefonat. Die Beraterin erklärte mir, nach der Durchsicht meiner Unterlagen sei für Sie klar, dass ich ohne Umschulung keine Chance auf eine Anstellung in der Administration haben werde. Ich solle mir doch eine der vielen Wirtschaftsschulen auf dem Platz Zürich aussuchen und dieses der IV bekanntgeben. Alles Weitere werde die IV in die Hand nehmen -welch glückliche Fügung.

Umschulung

Ich besichtigte vier Ausbildungsstätten auf dem Platz Zürich. Da ich ein Praxisorientierter Mensch bin entschied ich mich für die längere Ausbildung. Zwei Semester Vollzeit in der Schule und zwei Semester 50% Schule und zusätzlich 50% praktische Ausbildung in einem Praktikumsbetrieb. Nun bin ich seit dem Frühjahr 2016 in der Ausbildung für das Handelsdiplom VSH an der HSO Wirtschaftsschule in Zürich. Die Schule half beim Suchen eines Praktikum Platzes. Die angebotenen Plätze waren aber auf einer englischsprachigen Bank. jedoch wollte ich nicht in eine Bank und meine langjährigen Erfahrungen in der Klimabranche wegschmeissen. Deshalb ging ich auf die Firma SUBAG TECH AG zu. Ich fragte, ob sie sich vorstellen könnten mich für ein Jahr im Büro als Praktikant auszubilden. Nach einigen Tagen Bedenkzeit rief mich der Geschäftsleiter Pascal Suter an und vereinbarte mit mir einen Termin um weitere Abklärungen zu treffen. Ich informierte die Schule über diese glückliche Wendung und gab Pascal Suter’s Kontaktdaten bekannt. So konnte die Schule direkt mit der SUBAG TECH AG verhandeln. Jetzt bin ich im Praktikum angekommen und Arbeite den halben Tag bei der SUBAG TECH AG als Praktikant in der Administration und besuche die andere Hälfte des Tages die Schule bis zum Abschluss des Handelsdiploms im Frühjahr 2018.

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Wie sehe ich meine Zukunft?

Im Moment kann ich nicht sagen wie meine Zukunft ausschauen wird, doch glaube ich, dass ich mit dem Abschluss des Handelsdiploms VSH eine neue Herausforderung in einer Firma im Büro finden werde. Vorzugsweise möchte ich in der Klimabranche bleiben, denn da habe ich Erfahrung in der Montage und im Service sammeln können über die gesamten 20 Jahre hinweg. Ich hoffe mein Rücken kann sich etwas erholen und die Bandscheibe bleibt wo sie hingehört, so dass ich in Zukunft keine weiteren Operationen mehr über mich ergehen lassen muss.


Mein persönliches Fazit

Als Fazit kann ich heute mit meinen Erfahrungen sagen: „Passt auf eure Gesundheit auf, denn man merkt erst, dass man etwas verloren hat, wenn man es verloren hat.“ Haltet euch an die Vorgaben der SUVA und achtet auch auf eure Arbeitskollegen und Mitmenschen. Der Weg zurück in ein normales Arbeitsleben kann unter Umständen kompliziert und langwierig sein.

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